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Baukasten oder individuelle Website? Eine ehrliche Rechnung über 5 Jahre

„Brauche ich überhaupt jemanden für meine Website? Es gibt doch Wix." Die ehrliche Antwort vorweg: Manchmal ist ein Baukasten tatsächlich die richtige Wahl. Aber die Werbung mit „Website ab 9 € im Monat" erzählt nur die halbe Geschichte.

Daniel Erhard22. Juli 20269 Minuten Lesezeit

In diesem Artikel rechne ich beide Wege einmal komplett durch – über fünf Jahre, mit allen Kosten, die in den Hochglanz-Prospekten nicht auftauchen.

Was Baukästen wirklich kosten

Die Einstiegspreise klingen verlockend. Hier die aktuellen Listenpreise der beiden bekanntesten Anbieter (Stand Juli 2026, jeweils pro Monat bei Jahreszahlung):

Anbieter / TarifPreis pro MonatDas Wichtigste
Jimdo Start9 €Werbefrei, 10 Unterseiten, 5 GB Speicher
Jimdo Grow15 €50 Unterseiten, 5 E-Mail-Konten
Jimdo Grow Legal20 €Wie Grow, plus Rechtstexte-Manager
Wix Light9 €Eigene Domain, 2 GB Speicher, kein Shop
Wix Core17 €50 GB Speicher, Online-Zahlungen
Wix Business29 €Erweiterter E-Commerce

Für eine werbefreie Firmen-Website mit eigener Domain, ein paar E-Mail-Adressen und genug Unterseiten landen die meisten Betriebe realistisch nicht im 9-€-Tarif, sondern bei 15 bis 29 € pro Monat – also 180 bis 348 € im Jahr. Und das ist erst der Anfang der Rechnung.

Die Kosten, die auf keiner Preisseite stehen

1. Ihre eigene Arbeitszeit. Der Baukasten baut die Website nicht – Sie bauen sie. Wer das zum ersten Mal macht, sitzt für eine ordentliche Firmen-Website schnell 30 bis 50 Stunden am Rechner: Texte schreiben, Fotos zuschneiden, Menüs sortieren, auf dem Handy testen, Impressum und Datenschutzerklärung zusammensuchen. Rechnen Sie Ihre eigene Stunde nur mit dem an, was Sie in der Zeit im Betrieb verdient hätten – dann kostet die „günstige" Website plötzlich vierstellig.

2. Preiserhöhungen. Baukasten-Anbieter erhöhen ihre Preise regelmäßig. Was heute 15 € kostet, kostet in drei Jahren erfahrungsgemäß mehr – und Sie können nicht ausweichen, denn:

3. Der Lock-in. Das ist der Punkt, den kaum jemand vor Vertragsabschluss bedenkt: Eine Baukasten-Website können Sie nicht mitnehmen. Es gibt keinen Export-Knopf, der Ihnen Ihre Seite als Paket übergibt. Wer den Anbieter wechseln will, fängt bei null an – neue Texte einpflegen, neues Design, alles noch einmal. Sie mieten Ihre Website, Sie besitzen sie nicht.

4. Datenschutz. Wix ist ein israelisch-amerikanisches Unternehmen, die Datenverarbeitung läuft teils über Server außerhalb der EU. Das ist lösbar, aber Sie müssen sich selbst darum kümmern, dass Cookie-Banner, Auftragsverarbeitungsvertrag und Datenschutzerklärung stimmen. Bei Jimdo (Hamburg) sieht es besser aus – der Rechtstexte-Manager kostet dann aber auch wieder 5 € Aufpreis im Monat.

Die 5-Jahres-Rechnung

Nehmen wir eine typische Handwerker- oder Vereins-Website: Startseite, Leistungen, Referenzen, Über uns, Kontakt, Impressum, Datenschutz. Kein Online-Shop.

Weg 1: Baukasten (selbst gebaut)

PostenKosten über 5 Jahre
Tarif (z. B. 15 €/Monat, vorsichtig gerechnet ohne Preiserhöhung)900 €
Eigene Arbeitszeit beim Aufbau (40 Std., angesetzt mit 35 €/Std.)1.400 €
Laufende Pflege in Eigenregie (ca. 1 Std./Monat)2.100 €
Summe über 5 Jahre≈ 4.400 €

Weg 2: Individuelle Website vom Entwickler aus der Region

PostenKosten über 5 Jahre
Einmalige Entwicklung (ca. 20–25 Std. à 49 €)980–1.225 €
Hosting auf deutschem Server (ca. 8 €/Monat)480 €
Pflege & Änderungen (2–3 Std. pro Jahr nach Aufwand)ca. 600 €
Summe über 5 Jahre≈ 2.100–2.300 €

Das Ergebnis überrascht viele: Die individuelle Website ist über fünf Jahre nicht teurer, sondern deutlich günstiger – vor allem, weil Sie Ihre eigene Zeit nicht als kostenlos verbuchen sollten. Und am Ende der fünf Jahre gehört die Website Ihnen. Sie können mit den Dateien zu jedem Hoster und jedem Entwickler wechseln.

Wann der Baukasten trotzdem die richtige Wahl ist

Ehrlichkeit gehört dazu, deshalb klar gesagt – ein Baukasten passt, wenn:

In diesen Fällen rate ich im Erstgespräch auch mal ganz offen: „Machen Sie das erst einmal selbst." Es wäre unseriös, Ihnen etwas anderes zu erzählen.

Wann sich individuell lohnt

Drei Prüffragen, bevor Sie sich entscheiden

Vor der Entscheidung ehrlich beantworten:
  1. „Was passiert, wenn ich in drei Jahren wechseln will?" – Wenn die Antwort „alles neu bauen" lautet, wissen Sie, was Ihre Website wirklich kostet.
  2. „Wer pflegt die Seite in fünf Jahren?" – Eine ehrliche Antwort schlägt jede Hochglanz-Demo.
  3. „Was ist meine eigene Stunde wert?" – Rechnen Sie Ihre Bastelzeit mit. Immer.

Fazit

Der Baukasten ist nicht der Feind – er ist ein Werkzeug für einen bestimmten Zweck. Aber die Rechnung „9 € im Monat gegen 1.000 € beim Entwickler" ist eine Milchmädchenrechnung, weil sie Ihre Zeit, die Preiserhöhungen und den Lock-in unterschlägt. Über fünf Jahre gerechnet ist die individuelle Website aus der Region für die meisten Betriebe die günstigere und vor allem die eigene Lösung.

Unsicher, welcher Weg zu Ihrem Betrieb passt?

Im Erstgespräch rechnen wir Ihre konkrete Situation einmal ehrlich durch – auch wenn am Ende „machen Sie es selbst" dabei herauskommt.

Daniel Erhard ist Webentwickler mit Sitz in Rhönblick, Thüringen. Er entwickelt maßgeschneiderte Web-Apps und Webseiten für lokale Gewerbe, Vereine, Schulen und Einrichtungen – auf eigener Serverinfrastruktur in Deutschland, DSGVO-konform. Zwischen ihm und dem Auftraggeber gibt es kein Abo: die fertige App gehört dem Kunden. Stundensatz: 49 €.

Transparenz: Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von KI erstellt und von Daniel Erhard fachlich geprüft und überarbeitet.